Blended Whisky

Blended Whisky Der Whisky aus dem Verschnitt

Beschreibung

Wie ein Blended Whisky entsteht

Blended Whiskys, Blends oder verschnittene, vermählte Whiskys entstehen, indem verschiedene Whiskys miteinander gemischt werden. An manchen dieser Vermählungen sind bis zu 50 Whisky-Sorten beteiligt. Der Prozess hat nicht nur wirtschaftliche Hintergedanken, sondern garantiert auch einen gleichbleibenden Geschmack. Denn der wäre bei einem Produkt, das so sehr von der Witterung abhängt wie der Whisky, sonst nicht zu garantieren.

Meist werden bei einem Blend hochprozentigere und jüngere Grain Whiskys mit Single Malts oder anderen Premiumwhiskys verschnitten. Sind doch die jüngeren Whiskys wesentlich günstiger zu produzieren. Zudem liefern Grain Whiskys die erwünschten Volumenprozente.

Die Besonderheiten und Bestandteile in Schottland

In Schottland und Irland werden für Blended Whiskys oft Grain Whiskys herangezogen, die nah an absolutem Alkohol sind, immerhin dürfen in Schottland und Irland 94,8% Volumenprozent erreicht werden. Ein solches Destillat ist dann nicht nur hochprozentig, sondern fast geschmacksneutral und dient als Basis für Blends. Eine Besonderheit der beiden Heimatländer des Whiskys: Hier gibt es neben üblichen Blended Whisky Sorten auch Blended Malt, das sind Vermählungen von Whiskys aus gemälzter Gerste. Single Malts gelten als Premium-Produkte.

Ein Blend ist aber nicht nur kostengünstig, sondern sorgt auch für einen gleichbleibenden Geschmack. Dazu muss ein Kenner mit einem derart perfekten Geschmackssinn und jahrzehntelanger Erfahrung gesegnet sein, dass er schmecken kann, welche Whisky-Sorten eines Jahrgangs gemischt werden müssen, damit am Ende ein Geschmack herauskommt, den die Käufer mit dem Markennamen verbinden. Sonst würde der „Johnnie Walker“ in einem Jahr so, in einem anderen ganz anders schmecken. Diese schwierige Aufgabe gibt es auch bei Tee-Mischungen. Hier werden auch über Kontinente und Kulturgrenzen hinweg verschiedene Tee-Blätter gemischt, damit die heimischen Konsumenten immer dasselbe schmecken, wenn sie zur Teedose greifen. So ist es auch bei den verschiedenen Blended Whisky Sorten.

Die Auflagen eines Blended Whisky

Blended Whisky hat öfter mit dem Ruf als „Massenspirituose“ hat zu kämpfen. Doch gelten auch hier besondere Auflagen: Nie käme man auf die Idee, den Alkohol aus Kartoffeln oder Melasse zu gewinnen. Nein, es muss schon Gerste sein, wenn sich Whisky Whisky nennen möchte. Auch die Lagerzeit entfällt beim Blended Whisky nicht, wenn er auch zu großen Teilen aus Grain Whisky besteht, der in der Herstellung nicht so aufwändig wie Single Malt ist; fällt doch das zeitraubende Mälzen weg. Zudem wird das umständliche Pot-Still-Verfahren durch ein kontinuierliches Brennen ersetzt.

Der schottische Whisky verdankt auch diesem Blending seinen Siegeszug, hielten die Schotten ihren eigenen, manchmal strengen Single Malt doch für zu „ungewöhnlich“ und „markant“, um einen Massengeschmack zu treffen. Durch das Vermählen ihrer eigenwilligen Tropfen mit dem weicheren Grain Whiskys, stand dem Siegeszug nichts mehr im Weg. So machen die Brennereien selbst das Blenden für den ansteigenden Erfolg der letzten Jahrzehnte verantwortlich, auch wenn so mancher Purist ob dieser „Fabrik“-Methoden die Nase rümpfen mag.